Beauty Retusche Fotostudio Mietstudio Nürnberg

Montag, 15. September 2008 um 11:25

 

Alle Tipps beziehen sich auf PS CS und können aber ganz oder teilweise auch in anderen ebenenbasierten Bearbeitungsprogrammen nachvollzogen werden.

Die Bearbeitungsschritte, die ich im folgenden versuche zu vermitteln beziehen sich allein auf ein Bild, das jeder Workshopteilnehmer noch im Kopf haben sollte- ein Portrait einer Frau vor weissem Hintergrund. Es gibt etliche Wege die zum Ziel führen, hier beschreibe ich nur meinen persönlichen in diesem einen Fall.

 

 

Schritt 1: Die gewünschten Tonwerte.

Nachdem mir mein Bild etwas zu dunkel geraten war dupliziere ich den Hintegrund auf eine eigene Ebene 1 im Ebenenfenster. Diese helle ich gleichmässig durch den Ebenemodus: Umgekehrt Multiplizieren auf. Die Helligkeit passe ich duch den Schieberegler: Deckkraft im Ebenenfenser oben an. Wollte ich mein Bild dunkler benutzte Ich den Ebenenmodus: Multiplizieren.

Dann öffne ich im Ebenenfenster unten den Reiter der Bearbeitungsebenen, der sich hinter einem schwarz/weissen Kreis verbirgt. Hier wähle ich die Tonwertkorrektur aus.  Mit Hilfe dieser kann ich die Tonwerte verschieben und beschneiden. In meinem Fall schneide ich auf der rechten Seite alles was im Hintergrund noch nicht rein weiss ist ab. Das kann ich tun indem ich den Hintergrund maskiere oder auswähle, in diesem Fall jedoch genügt ein einfacher Cut in den Lichtern, da alles andere im Bild etwas dunkler ist als die leichten grauen Schleier im Hintergrund.

 

Wenn also Hintergrund  und Kopf in befriedigender Hellikeit vorliegen hat gehts weiter mit Schritt 2:

 

Schritt 2: Falten mildern, Hautirritationen und Pickelchen entfernen.

 

Hier gleich vorweg: Nicht jede Falte muss weggebügelt, nicht jeder Leberfleck digital entfent werden. Im Gegenteil, gerade letzteres kann durchaus auch Ärger hervorrufen. Auch bei den Falten sollte man sich genau überlegen was man wie stark entfernt/mildert.

Zur Technik: Als sinnvolles Werkzeug hat sich hierfür der Reparaturpinsel herausgestellt, den ich auf einer neuen leeren Ebene, mit gesetztem "auf alle Ebenen anwenden" -Häkchen anwende. Der Reparaturpinsel überträgt Textur von einer vorher über die Alt und Maustaste und Pinselart- und grösse definierten Stelle auf beliebig viele Stellen im Bild. So kann ich von einer Stelle glatter Haut direkt auf eine Stelle mit sagen wir einem Pickel übertragen, durch einfaches klicken mit der Maus. Am Ende meiner Retuschearbeit kann ich über die Deckungskraft meiner Ebene, auf der sich nur die Retuscheaufträge befinden, die Stärke der Retusche selbst bestimmen. Das heisst ich kann eine Falte, anstatt sie komplett weg zu retuschieren, dezent mildern.

Ein weiteres gutes Werkzeug ist das Ausbessernwerkzeug das Textur von einer definierten Stelle in definierter Form an eine andere Stelle ziehen kann. Hierzu umkreise ich die Stelle, die ich ausbessern möchte und ziehe dann die definierte Form an eine Stelle, von der  ich auftragen möchte (einstellbar auc in umgekehrter Reihenfolge). Die Helligkeitswerte werden dabei übernommen. das kann zu Problemen führen, wenn Kontrastkanten ins Spiel kommen, denn zwischen den Kontrasten errechnet das Werkzeug einen Verlauf, den man nicht immer haben möchte. Ansonsten aber ein sehr guter Weg um Texturen auf Stellen, die aus anderen Gründen nicht mehr ganz von Textur durchdrungen sind, aufzutragen.

 

Schritt 3:  Die Haut glätten

 

Hier gibt wie immer verschiedene Möglichkeiten. Einmal kann man die Ebene duplizieren und mit dem Gauss´chen Weichzeichnungsfilter bei etwa 15 Pixel Radius bei weichem Licht als Ebenenmodus verrechnen. Dann über die Deckkraft anpassen. Ist etwas problematisch weil sich dadurch auch die Farben drastisch verändern.

Zum anderen geht es auch mit dem Hochpassfilter: Ebenen duplizieren, die neue Ebene mit Strg+I invertieren. Dann den Hochpassfilter (via sonstige Filter) anwenden, Radius nach Gusto. Eine Ebenenmaske anlegen, ebenfalls invertieren und die Ebene selbst mit weichem Licht verrechen. Jetzt kann man mit dem Pinselwerkzeug die weichgezeichneten Stellen auftragen.

Dritte Möglichkeit wäre es den Rotkanal zu übertragen, das heisst die untere Palette von Ebenen auf Kanäle umstellen, Rotkanal auswählen und dann Strg A, Strg C drücken. Dann wieder zurück in die Ebenenpalette und eine leere Ebene erstellen, auswählen und den Rotkanal mit Strg V einfügen. Mit Überlagen oder weiches Licht verrechnen, die Stärke wieder mit Hilfe der Deckkraft anpassen.

 

Schritt 4: Nachbelichten/Abwedeln 

 

Mit diesen 2 mächtigen Werkzeugen lässt sich einiges anfangen. Gerade wenn man die Haut mit dem Hochpassfilter weicher zeichnet werden auch Lichtakzente bzw. Schatten geschmälert. Hier empfiehlt es sich die mit Abwedler und Nachbelichter wieder zu setzen oder zu verstärken. Im Prinzip könnte man in einem komplett homogenen Gesicht eine dramatische Lichtstimmung erzeugen, es empfiehlt sich allerdings zunächst erst einmal in Ruhe aus zu probieren und die Wirkung immer wieder kritisch zu überprüfen. 

Man malt quasi Licht und Schatten ins Bild hinein. Hierzu sollte man herausfinden wo das Sinn macht und wo nicht. In dem konkreten Falle habe ich die Wangenknochen akzentuiert und ein Streiflicht verstärkt. 

 

Schritt 5: die Augen und die Zähne 

 

Für die Augen gibt es mehrere Methoden- einmal kann man sie auswählen und mit unscharf maskieren bei 0 Schwellenwert und Radien um die 30 sowie Stärke um die 40 dramatisieren. Auch kann man die Lichter in ihnen abwedeln und Tiefen nachbelichten. Oder aber sie komplett auswählen und über die selektive Farbkorrektur die Rottöne entsättigen, dann werden sie strahlender.

Bei den Zähnen enpfiehlt sich auch eine Auswahl und eine Entsättigung der Gelbtöne, auch über die selektive Farbkorrektur. Eventuell müssen noch kleine störende Dinge wie Plomben oder Zahnstein durch Ausbesserungswerkzeuge entfernt werden.

 

 

Schritt 6: Die Schärfe 

 

Hier gibt es viele Ansätze, der Klassiker zum Schärfen ist immer noch die Unschärfemaske. Für mich hat sich für einen Druck in 20x30 eine Einstellung von 0,3 Pixel Radius , Schwellenwert 2 und Stärke 180-250 als tauglich herausgestellt. Schärfen immer in der 100%-Ansicht.

Eine schöne Anleitung zum Schärfen findet sich hier , für alle die etwas tiefer in die Materie einsteigen möchten.